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Predigt    
Es ist ein Haus aus lebendigem Stein


Liebe Schwestern und Brüder,
Nachrichten, Berichte, Bilder von Orkanen, von Stürmen, von Wassermassen und Hochwassern haben wir in den letzten Wochen und Jahren immer wieder gehört. Vergangenen Sommer, oder ich war gestern in Schärding, da hat es vor wenigen Jahren ein gewaltiges Hochwasser gegeben. Hier waren die Gründe an der Traun auch hochwassergefährdet, bis dass die Traun reguliert worden ist. Beim Hausbauen ist es durchaus zu bedenken, wo steht denn mein Haus, wie sind denn die Fundamente, wie ist das Umfeld, ist das Überflutungsgebiet? Hier haben nach den Krieg viele Vertriebene ihr Haus auf den Gründen des Stiftes Lambach gebaut. Diese Generation hat auch diese Kirche errichtet. Mit dem Hausbauen haben nicht die Jüngeren, aber die Älteren viele Erfahrungen gemacht, was da bedacht werden muss, wie tief gegraben werden muss, wie die Statik ist, wie die Fundamente so sind. Flutwellen, die Häuser mitreißen und zerstören, Hochwasser, die Menschen vor dem Nichts stehen lassen, Lawinen oder Muren, die das Leben bedrohen, das stellt die Frage nach unserer Bauweise, aber auch die Frage nach dem Fundament unseres eigenen Lebens. Ob einer klug oder töricht ist, beim Haus eines Lebenshauses, das bezieht sich nicht zuerst auf die Architektur auch nicht auf die Größe des Hauses oder die Baukosten, sondern auf die Wahl des Grundes ob es gewachsener, fester Felsen oder Sandboden ist. Wenn zum Beispiel im Leben eine Krankheit das bisherige Leben total in Frage stellt, wenn Niederlagen im Beruf das Selbstbewusstsein ruinieren, wenn Beziehungen in Brüche gehen, dann ist es ja so, wie wenn der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Wie wenn kein Fundament mehr da ist. Ob einer weise oder blöd und dumm ist beim Hausbau seines Lebens, das entscheidet sich daran, ob das Haus bei möglichen Krisen und Katastrophen Stand hat. Die letzte und durchaus äußerste Katastrophe, der kein Mensch entkommen kann, das ist der Tod. Wer auf Sand baut, dessen Selbstwertgefühl zerbröselt bei leichtem Gegenwind zwischen den Fingern, wer oberflächlich und seicht lebt, dessen Identität löst sich bei der ersten Fragestellung auf. Wer keine guten Wurzeln hat, wer entwurzelt ist, der wird entweder aggressiv, oder depressiv. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hat Viktor Frankl, der das grauenvolle Konzentrationslager erlebt und überlebt hat, geschrieben: "Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie". Also wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie. Wehe denen, die kein Lebensziel mehr vor sich haben, die aufgegeben haben, die sich aufgegeben haben, die jeglichen Zuspruch ablehnen, vielleicht auch mit der Redewendung: Ich hab ja vom Leben nichts mehr zu erwarten. Dazu Frankl: "Es kommt eigentlich nie und nimmer darauf an, was wir vom Leben noch zu erwarten haben, vielmehr lediglich darauf, was das Leben von uns erwartet". Es geht also um eine grundlegende Hoffnung, auf deren Fundamt wir bauen. Menschliches Leben hat immer und unter allen Umständen Sinn. Dieser Sinn des Lebens umfasst und greift auch Leiden, Not und Tod. Ein Warum zum Leben, ein Sinn zum Leben. Was heißt das zum Beispiel für Kinder und Jugendliche? Wenn ich so Jugendliche frage, "was ist euch denn wichtig", dann kommen gar nicht so selten die Antworten Freundschaft, Freunde und Gemeinschaft unter Gleichaltrigen, das ist das Wichtigste. Ein Freund, das ist einer, der mich durch und durch kennt und der trotzdem zu mir steht. Also einer, der mich nicht im Stich lässt, nicht nur auf Tauschbasis, wie du mir, so ich dir agiert, auch nicht nur dann einen sympathisch findet, wenn etwas zurückkommt. Ein Freund ist einer, der mich durch und durch kennt, und trotzdem zu mir steht. Junge Menschen brauchen Freunde, sie brauchen aber auch ein gutes Lebensfundament, das heißt Selbstachtung, ein Selbstwissen, ein Selbstvertrauen. Sie sollen wissen, wer sie sind, was sie wollen und sie brauchen echte Gelegenheit und einen Lebensplatz. Also nicht nur in sich zu stehen, sondern auch einen Raum zu haben, in dem sie leben können. Und die Begleitung von jungen Menschen soll durch solche erfolgen, durch Eltern, Erzieher, Lehrer auch in der Arbeit, die nicht nur darum besorgt sind, wie es ihnen selber geht - die also alle Kräfte und Energien alle Zeit damit absorbieren, wie es mit ihnen selber weiter geht - sondern die eine gute Fürsorge für andere haben. Die Freude am Tun, am Wachsen am Reifen, der jungen Menschen haben. Prinzip und Fundament des Lebens, beim Hausbau des Lebens, durchaus ein Selbstwertgefühl, die Achtung aber auch die gute Begleitung durch andere, die Freundschaft und Gemeinschaft, die Zusage du bist wer. Ich habe einmal gehört, sowas brauchen junge Leute. Die Zusage du kannst was, wir brauchen dich und du gehörst dazu. Wenn einem Kind gesagt wird, du kannst nichts, dann wird aus dem Kind auch nichts. Wenn es hört, wir brauchen dich nicht, du bist unbrauchbar so ist das eigentlich damit verbunden überflüssig fast Verachtung oder du gehörst nicht dazu, das heißt du bist ein Außenseiter, du bist marginalisiert, du bist weg vom Fenster. Prinzip und Fundament des Lebens beim Haus des Lebens: Du kannst was, wir brauchen dich, du gehörst dazu. Das gehört, das gilt auch für die Kirche, das gilt auch für das Gotteshaus und das gilt auch für den Glauben. Was ist denn das Fundament unseres Lebens? Wir haben in der ersten Lesung gehört, die Freude an Gott ist unsere Stärke, unsere Kraft. Das heißt, ohne Lebensfreude zerbröselt das Leben. Ohne Lebensfreude gibt es sozusagen kein Warum im Leben, keinen Sinn, kein Ziel im Leben. Und das ist wichtig, dass wir diese Freude auch nähren, denn das Wort des Lebens, dass es kostbar, dass es schön ist, dass wir uns erfreuen dürfen, dass wir staunen können über die Musik, über die Kunst, über die Schönheit der Natur. Das können wir nicht einfach selber hervorzaubern, nicht erpressen, nicht erschuften, nicht erleisten. Wir können uns es auch nicht selber ständig vorsagen, sondern wir dürfen es uns sagen lassen. Die Freude an Gott ist unsere Kraft. Ich denke schon, dass diese Kirche in den 50 Jahren ein Ort der Lebensfreude ist. Die Freude über die Geburt eines Kindes bei der Taufe, die Freude über das Zusammenfinden von Menschen in der Liebe, in der Ehe. Die Festesfreude im Kreis des Kirchenjahres, oder aber auch die alltäglichen Freuden und Sorgen, die hier im Gebet hereingetragen wurden. Die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall, seine Resonanz finden würde. St. Josef in der Pernau - ein Ort der Lebensfreude, ein Ort der Freude an Gott, ein Ort der Schönheit. Ich denke wir dürfen heute dankbar sein, dass es so gewesen ist, nicht weil alles in Butter war, alles harmonisch, weil es keine Konflikte, keine Krisen, keine Abbrüche, kein Zerbröseln gegeben hätte. Wir sind in allem, vielleicht auch trotz allem von Gott getragen. Segnen heißt, zum Beispiel die Hand auf etwas legen, du gehörst in allem und trotz allem Gott. Wenn wir heute 50 Jahre feiern, dann werden wir gesegnet und uns zugesagt ihr gehört und trotz allem Gott. Das ist das Fundament unseres Lebens. Es ist die Erfahrung auch in der Kirche und gerade hier in einer Gemeinschaft. In einer Gemeinschaft, die etwas zusammen - etwas ins Werk setzt. Dieses Haus, das äußere Haus, ist auch ein inneres Haus aus lebendigen Steinen. Ihr habt es mit eurer Lebensgeschichte, mit eurem Lebenswerk und auch mit eurem Glauben, mit eurem Zeugnis mitgebaut. Ohne euer Beten, ohne euer Feiern könnte man auch sagen, wäre dieses Haus ein Museum unter Denkmalschutz, aber nicht mehr. Ohne euer Beten, ohne euer Feiern wäre es vielleicht noch ein Vereinslokal, aber doch auch nicht mehr. Durch euch ist es ein Gotteshaus geworden. Was ist das Fundament des Lebens, auf dem wir bauen dürfen? Ein guter Freund hat vor einigen Monaten eine Gesundenuntersuchung gemacht und im Anschluss daran hat ihm die Ärztin gesagt, er soll in Zukunft weniger Alkohol konsumieren und auch weniger Fleisch essen, weil sonst würde die Verkalkung, also das Vergessen, vielleicht auch die Demenz massiv voranschreiten. Diese Erfahrung machen ja nicht nur Ältere, das wir manche Namen nicht mehr so im Kopf haben, manche Termine vergessen, manches per se irgendwo nachgraben müssen, wer oder was ist denn das gewesen. Es gibt auch andere Vergesslichkeiten, nämlich auch im Hinblick, wozu bin ich da, oder auch Vergesslichkeiten, wer ist Gott ein meinem Leben. Im heutigen Evangelium haben wir gehört, wer das Wort Gottes hört, der baut sein Haus auf einem Felsen. Wenn das Wort Gottes vergessen wird, wenn vergessen wird zum Beispiel Eucharistie zu feiern, dann, dann ist dieses Haus ein Museum, oder das Fundament unseres Lebens wird weggeschwemmt. Dieses Haus ist ein Gotteshaus, eine Kirche, weil das Wort Gottes gehört und gelebt wird. Dieses Haus ist ein Gotteshaus und eine Kirche, weil hier Eucharistie gefeiert wird und im Leben die Messe geteilt wird. Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die in diesen 50 Jahren hier gearbeitet haben, hier gebetet haben, geteilt haben, einander nicht im Stich gelassen haben, zueinander gestanden sind. Ich möchte allen danken, die sich in irgendeiner Form - vielleicht nicht erkannt, ziemlich im Hintergrund, verborgen - eingebracht haben. Es ist ein Haus aus lebendigem Stein.
 

Predigt zum 08.10.2017 von Bischof Dr. Manfred Scheuer

 
22.10.2017 20:00
Chorprobe Forever Young

26.10.2017 10:00
Plenum Dekanatsprozess im WELIOS

05.11.2017 20:00
Chorprobe Forever Young

11.11.2017 17:00
Jugend Filmnacht

21.10.2017 19:00
Gottesdienst

22.10.2017 08:00
Gottesdienst

22.10.2017 09:30
Gottesdienst

26.10.2017 19:00
Nationalfeiertag Messe

namenstag
Clementine, Ursula
 
kirchenbeitrag
Bildquelle: Diözesanfinanzkammer
 
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